Politikverdrossenheit Deutschland: Statistiken zu Nichtwählern
Wenn selbst bei einer Bundestagswahl fast ein Drittel der Wahlberechtigten nicht zur Wahl gehen, kann das eigentlich nicht mit Bequemlichkeit begründet werden. Sicher gibt es eine Anzahl vor allem älterer Menschen, die sich aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in das Wahllokal begeben können, und auch durch die hohe Mobilität sind manche nicht am Wahlort anzutreffen. Doch wozu gibt es die Briefwahl? Bequemlichkeit kann also nicht der Grund sein.
Die Wahlen
Der Gedanke, nicht zur Wahl zu gehen, weil man mit den Regierenden zufrieden ist, kann aber wohl auch nicht gelten. Denn dann müsste man diese stärken und verhindern, dass sie abgewählt werden.
Also kann wohl nur Resignation der Grund sein. Man kann ja doch nichts ändern, egal ob man zur Wahl geht oder nicht. Der höhere Anteil der Nichtwähler bei den Wahlen, bei denen es scheinbar nur um Nebensächliches geht wie etwa Europa- und Landtagswahlen, scheint dies zu bestätigen.
Seit einigen Wahlen gibt es den Wahl – O – Mat, ein EDV-Programm auf einer Webseite, das die Aussagen der einzelnen Parteien zu den die Wahl beeinflussenden Fragen auflistet. Man kann so feststellen, mit welcher Partei die höchste Übereinstimmung besteht. Zwar gibt es keine Statistik darüber, was bei den Nutzern dieses Dienstes für ein Ergebnis herauskommt. Doch sind eben Übereinstimmungen von etwa 60 % ein Indiz dafür, dass sich die Menschen von den Parteien nicht mehr vertreten fühlen.
Fehlende Aktivität
Ob sich im Nichtwählen tatsächlich Politikverdrossenheit ausdrückt, darüber streiten die Experten. Einerseits wird dies bejaht, andererseits verneint. Die letztere Meinung wird dadurch gestützt, dass es in anderen Ländern, beispielsweise den USA, schon seit Jahrzehnten einen noch höheren Anteil an Nichtwählern gibt. Doch mögen hier auch Besonderheiten eine Rolle spielen, sodass keine direkte Vergleichbarkeit gegeben ist.
Für Politikverdrossenheit sprechen die abnehmenden Mitgliederzahlen in den politischen Parteien und die Umfragen zum Ansehen der Politiker. Ebenso ist der verstärkte Zulauf zu neuen Parteien ein Indiz dafür, dass man mit den alten Parteien nicht zufrieden ist.
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